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ALLTAG

Barrierefreies und selbstbestimmtes Leben umfasst alle Aspekte - der Bogen spannt sich von Bildung und Arbeit bis hin zur Freizeitgestaltung oder der Wahl der Lebensform.

Die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen nimmt in zahlreichen Artikeln auf das Menschenrecht der Bezug. Allerdings sieht die Wirklichkeit leider oft anders aus.

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Einstellung von MitarbeiterInnen mit Behinderungen*

 Stelleninserate

  • Arbeitsplätze, die auch von behinderten Menschen besetzt werden können, sollten zwingend auch in Publikationen von Behindertenorganisationen veröffentlicht werden.
  • Der Einsatzort sollte deutlich aus dem Inserat hervorgehen, da dies einen bestimmten Einfluss darauf haben kann, ob behinderte Menschen sich um einen Arbeitsplatz bewerben können.
  • Sollten flexible Arbeitsbedingungen angeboten werden, ist dies auch verpflichtend im Inserat festzuhalten.
  • Verlangen Sie nie von einem behinderten Arbeitnehmer mehr Leistung als von einem nichtbehinderten Arbeitnehmer. 

Stelleninserate: Diskriminierung ist gegeben!

  • Ein Unternehmer möchte ein Bewerbungsgespräch mit einem schwerhörigen oder gehörlosen Kandidaten durchführen, weigert sich aber einen Gebärdendolmetscher zuzulassen.
  • Ein Unternehmer verlangt, dass seine Mitarbeiter "gute Teamarbeiter" sein müssen, obwohl die ausgeschriebene Stelle keine Teamarbeit voraussetzt - eventuell Benachteiligung von Personen mit Kommunikationsproblemen (Menschen mit autistischer Wahrnehmung, schwerhörige Menschen...)
  • Stellenausschreibung: die Stelle ist für behinderte Menschen nicht geeignet, da Arbeitsplatz im ersten Stock ohne Aufzug und ohne alternative Ausweichmöglichkeit ist.

Das Bewerbungsgespräch

  • Bei Bekanntgabe einer Behinderung des Bewerbers Berücksichtigung der Gesprächsdauer, Entfernung, Wetterverhältnisse und physische Hindernisse, damit der Bewerber sich darüber im Klaren ist, wie viel Zeit er/sie braucht, um zum Gesprächsort zu kommen.
  • Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen: Genaue Ortsangabe, eventuell sogar samt Entfernungen im Haus.
  • Bekanntgabe von: Behindertenparkplätzen (falls vorhanden), Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Rampen oder stufenfreier Zugang, zugängige Sanitäranlagen, zugängige Aufzüge (falls notwendig), eindeutige äußere Kennzeichnung des Betriebes, Anordnung des Gesprächszimmers beziehungsweise der darin enthaltenen Möbel (beeinträchtigt die Anordnung die Mobilität des Bewerbers?).
  • Falls obige Punkte nicht zufriedenstellend gelöst werden können, Ausweichmöglichkeiten vor dem Gespräch suchen und dem Bewerber bekannt geben.

Bewerbungsgespräch: Diskriminierung ist gegeben!

  • Der Unternehmer weigert sich für das Bewerbungsgespräch entsprechende Vorkehrungen für die Abhaltung des Gespräches zu veranlassen (siehe obige Beispiele).
  • Für eine schriftliche Prüfung wird es gestattet, entsprechende Hilfsmittel zu verwenden (Spracheingabe, Brailleunterlagen, EDV-Lesegeräte usw.).

Aufrechtes oder neubegründetes Dienstverhältnis

  • Die Vornahme von zumutbaren Anpassungen des Arbeitsplatzes oder der Arbeitsorganisation, damit ein Mitarbeiter nach Aufnahme des Dienstverhältnisses oder nach Eintritt einer Behinderung während eines aufrechten Dienstverhältnisses (weiter) arbeiten kann.
  • Arbeits- oder Ausbildungsunterlagen, die auch auf die behindertenrelevanten Bedürfnisse von Mitarbeitern abgestellt sind (Grossschrift, Braille, Unterlagen auf Tonträgern, Computerdisketten ...).
  • Verbesserung der Zugängigkeit (nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Bewerbungsgespräch zu sehen): Ordnung an allgemein zugängigen Stellen einhalten (Mobilitätsbeeinträchtigung!) Die Türen in einer Kontrastfarbe zu den Wänden streichen lassen (Sehbeeinträchtigungen!).
  • Niedrigere Anordnung von Schaltern aller Art (Erreichbarkeit für Rollstuhlfahrer)
  • Änderungen an Ausrüstungsgegenständen (z. B. akustischer und visueller Feueralarm - für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen).
  • Anschaffung von Geräten und Einrichtungen zur Unterstützung der Arbeit eines behinderten Dienstnehmers (z. B. Sprachausgabe, Spracheingabe, große Bildschirme, bessere Beleuchtung des Arbeitsplatzes, usw.).
  • Änderung der Arbeitsorganisation beziehungsweise der Arbeitszeiten (flexible Arbeitszeiten).
  • Anordnung des Arbeitsplatzes optimieren, um einerseits einfache Zugängigkeit für behinderte Mitarbeiter zu erreichen und andererseits um auf sonstige behindertenrelevante Bedürfnisse einzugehen (schwerhörige oder gehörlose Personen: Sichtrichtung zum Zimmer und nicht zur Wand, Rollstuhlfahrer eventuell nicht zu weit von Sanitäreinrichtungen entfernt, für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen: Ein gut beleuchteter Arbeitsplatz usw., entsprechende Höhe des Schreibtisches für einen Rollstuhlfahrer).

Allgemeines

  • Mit dem behinderten Mitarbeiter über die individuellen behindertenrelevanten Bedürfnisse sprechen.
  • Eventuell Beiziehung eines Experten, um die behindertenrelevanten Bedürfnisse des betroffenen Mitarbeiters festzustellen und um sinnvolle Anpassungen vorzunehmen.
  • Gleiches Entgelt für gleiche Arbeit.
  • Gleiche Sozialleistungen wie nichtbehinderte Mitarbeiter.
  • Gleicher Zugang zu Aus- und Weiterbildung und Umschulung.
  • Chancengleichheit beim beruflichen Aufstieg, insbesondere bei Beförderungen.
  • Nach Möglichkeit gleiche Arbeitsbedingungen wie für nichtbehinderte Mitarbeiter schaffen.
  • Chancengleichheit beim Zugang zur Berufsberatung, Berufsausbildung, beruflichen Weiterbildung und Umschulung außerhalb eines Dienstverhältnisses.
  • Gleiche Rechte bezüglich Mitgliedschaft und Mitwirkung in einer Arbeitnehmer- oder Arbeitgeberorganisation oder einer Organisation, deren Mitglieder einer bestimmten Berufsgruppe angehören, einschließlich der Inanspruchnahme der Leistungen solcher Organisationen.

* Quelle: Positionspapier von manpower int., 2003

Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR)
Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs

1010 Wien, Stubenring 2/1/4, E-Mail: dachverband@oear.or.at

Tel.: +43 1 5131533, Fax: +43 1 5131533-150

Gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

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