"pro mente austria" ist das Dach über 19 psychosoziale Dienstleistungsunternehmen in ganz Österreich, von pro mente Burgenland bis zum aks in Vorarlberg. Gemeinsames Ziel ist es, Menschen mit psychischen und sozialen Problemen zu beraten und durch Hilfsangebote für Wohnen, Arbeit und Freizeit zu unterstützen.
"Jeder kann psychisch erkranken, aber auch wieder gesund werden", sagt Primar Werner Schöny, Obmann von pro mente austria und pro mente OÖ. "Der Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen ist uns daher ein großes Anliegen". Jeder Vierte leidet im Laufe eines Jahres an einer seelischen Störung, vor allem an Depressionen, Angst oder an einer Suchterkrankung. Das besagt eine europaweite Studie. Frühzeitige professionelle Unterstützung, etwa durch das Aufsuchen einer Beratungsstelle, kann helfen, seelisches Leiden zu vermeiden und ein Verfestigen der Erkrankungen zu verhindern. Für Menschen mit längeren oder chronischen Erkrankungen sind wiederum besondere Hilfsangebote notwendig. Etwa, um den Alltag bewältigen oder im Berufsleben wieder Fuß fassen zu können.
Bedarf an Hilfe wächst
In ganz Österreich sind es 19 Gesellschaften für psychische und soziale Gesundheit, die unter dem gemeinsamen Dach von pro mente austria zusammengefasst sind und für Menschen mit psychischen und sozialen Problemen professionelle Hilfe bieten. Pro mente OÖ, vor mehr als 40 Jahren gegründet, ist hier das größte psychosoziale Dienstleistungsunternehmen. Im Vorjahr nahmen mehr als 25.500 Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher eines der 150 ein zelnen Hilfsangebote von pro mente OÖ. in Anspruch. So viele waren es noch nie zuvor.
Von Beratung bis betreutes Wohnen
Die Hilfsangebote von pro mente OÖ. reichen dabei vom Erstgespräch in einer der 23 Psychosozialen Beratungsstellen und dem Notruf bei psychischen Krisen, über das betreute Wohnen und die Therapie bei Suchterkrankung, bis hin zu den Angeboten der berufl ichen Integration, etwa in Werkstätten oder Gastronomiebetrieben. Ziel der "Tagesstruktur" ist es wiederum, Menschen mit psychischen und sozialen Schwierigkeiten eine sinnvolle Beschäftigung und soziale Kontakte zu bieten. Ein spezifi sches Angebot zum Wohnen und Jobtraining für junge Menschen bietet das Geschäftsfeld "pro mente jugend". Die vier Clubhäuser, von Menschen mit Psychiatrieerfahrung selbstverwaltet, sowie die soziale Unterstützung von Betroffenen durch ehrenamtliche HelferInnen sind die weiteren Dienstleistungsbereiche von "pro mente OÖ" die alle ihre Hilfsangebote gemeindenah auf mehr als 130 Standorte auffächert und mit 14 Bezirksleitungen dezentral organisiert ist.
Reha vor Rente
Sehr erfolgreich ist die "Medizinische Rehabilitation", ein Angebot für Menschen nach einer psychischen Erkrankung. Dieses Therapiemodell wurde vor fünf Jahren im "Sonnenpark" in Bad Hall bei Steyr entwickelt und bisher von 3000 Menschen aus ganz Österreich genutzt. Ein Großteil der berufstätigen PatientInnen konnte nach dem etwa sechswöchigen Reha-Aufenthalt berufl ich integriert bleiben. Dieser Erfolg brachte eine steigende Nachfrage und lange Wartezeiten. Jetzt werden die Kapazitäten des "Sonnenpark" in Bad Hall durch einen Neubau erweitert. Im Vorjahr ging überdies der neue Reha- Standort in St. Veit im Pongau, heuer der "Sonnenpark Neusiedlersee" in Podersdorf in Betrieb. Weitere Standorte sind in Rust im Burgenland sowie in Lans in Tirol geplant.
Betroffene bestimmen mit
Personen, die ein Angebot von "pro mente OÖ" nutzen, kurz "UserInnen" genannt, verfügen hier über eine eigene, gewählte Interessenvertretung sowie über Rechte zur Mitgestaltung. So können UserInnen bei Bestellung einer Leiterin oder Anstellung eines Betreuers mitbestimmen und das Zusammenleben in den Einrichtungen mitgestalten. "Für mich ist das gelebtes Empowerment", sagt Günther Miniberger, Begründer und Leiter von "strada - UserInnenorganisation "pro mente OÖ". Empowerment lässt sich am Besten mit "Selbstermächtigung" übersetzen und soll die Fähigkeit zur Selbsthilfe stärken. "Daher sollen heute keine Entscheidungen über psychosoziale Betreuungsmaßnahmen ohne die Mitwirkung der Betroffenen gefällt werden", stellt Miniberger fest.
Überdies ist die Zufriedenheit der UserInnen heute ein wesentliches Kriterium für die Qualitätssicherung bei "pro mente OÖ". Diese wird regelmäßig erhoben. So wurden mehr als 500 User- Innen Ende letzten Jahres befragt, ob "pro mente OÖ" ihre Leitziele wie etwa "Empowerment fördern", verwirklicht. Auf die Frage: "Werden Sie über Ihre Rechte ausreichend informiert?" haben 8 von 10 UserInnen mit "Ja" geantwortet. 87 Prozent sind mit der "Betreuung insgesamt zufrieden". Diese Befragung wurde von UserInnen mitentwickelt und durchgeführt.
Weitere Infos: www.promenteaustria.at



