Anfang Februar informierte die "Kleine Zeitung Kärnten" über die jüngsten Vorfälle im LKH Klagenfurt: Der medizinische Direktor Thomas Koperna hatte Jugend-Neuropsychiater Primarius Georg Spiel mit der Begründung einer Dienstrechtsverletzung gekündigt - weil nicht gewährleistet sei, dass Patienten wie gesetzlich vorgeschrieben federführend von Ärzten betreut werden, sondern teilweise von Psychologen.
In den zahlreichen Solidaritätskundgebungen für Georg Spiel heisst es unter anderem: "Mit Entsetzen hat das Primaräztekollegium des Landeskrankenhauses Klagenfurt zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Vorstand der Abteilung für Neurolgogie und Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters, Univ.Doz. Prim. Dr. Georg Spiel wegen angeblicher Dienstpflichtverletzung gekündigt und dienstfrei gestellt wurde."
Die Interessengemeinschaft "Politische Kindermedizin" veranlasste dies zu folgender Stellungnahme: "Unseres Wissens liegt der Hauptgrund für die nunmehr ausgesprochene Kündigung darin, dass Herr Professor Spiel sich gegen die neue Betriebsorganisation des LKH Klagenfurt ausspricht, welche das TherapeutInnenteam (Physio-, Logo-, ErgotherapeutInnen, PsychologInnen) nicht mehr der jeweiligen Abteilung zuordnet, sondern dafür eine "Poollösung" ohne Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse einzelner Patientengruppen vorsieht. Es ist blauäugig zu glauben, dass eine Therapeutin in der gleichen Weise Kinder, neurologisch kranke Erwachsene und geriatrische PatientInnen betreuen kann. Derartiges geht zwangsläufig auf Kosten der Qualität, und genau dagegen hat sich unseres Wissens Herr Professor Spiel gewehrt."
Die ÖAR schließt sich dieser Argumentation vollinhaltlich an und fordert die Verantwortlichen auf, neurologisch kranken Patientinnen und Patienten weiterhin jegliche Vielfalt an professioneller Hilfe zukommen zu lassen.
Wien, 3.3.2009



