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Publikationen der ÖAR


ZEITUNG,
TAGUNGSBERICHTE
UND VIELES MEHR
  

Mai 2006

5. Mai - Europäischer Protesttag zur Gleichstellungbehinderter Menschen
Der 5. Mai 1992 war der erste europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Seither wurde zwar dank des politischen
Engagements von BehindertenaktivistInnen auch in Österreich viel erreicht; dennoch finden sich sowohl in den österreichischen Rechtsvorschriften als auch in vielen Handlungsweisen erschreckende Beispiele von Diskriminierung, gegen die es weiterhin anzukämpfen gilt.
Als aktuellstes Beispiel sei jenes des Pfarrers von Raxendorf genannt, der behinderten Gläubigen die Hostie verweigerte, weil sie seiner Ansicht nach nicht die religiöse Handlung nicht nachvollziehen könnten.
Medial meist eher unbemerkt, aber dafür um nichts weniger brisant sind schwere Diskriminierungen im ethischen Bereich, vor allem der Bioethik. Die
Ethikkommission FÜR die Bundesregierung, eine Gruppierung von BehindertenvertreterInnen und behinderten Menschen selbst, kämpft seit vier
Jahren erfolgreich gegen ethische Missstände in Wissenschaft und Recht. Dank der intensiven Unterstützung von drei Organisationen - die ÖAR bewerkstelligt die Administration, BIZEPS betreut die Internetseite www.ethikkommission.at und die Lebenshilfe Wien leistet finanzielle Unterstützung für die Abdeckung der PR-Kosten - war es bislang möglich, Erfolge vorzuweisen und ein beachtliches Medienecho zu erzielen. Aktuell wird derzeit gerade gemeinsam mit Gen-Au an Leitlinien zur humangenetischen Beratung gearbeitet: Fact ist, dass allein durch die Verwendung der Medizinersprache speziell Menschen mit Behinderungen ausschließlich als defektorientierte Wesen gesehen werden und damit jeglichen positiven Lebensaspekten schon im vorhinein eine Abfuhr erteilt wird. Medizinersprache hat für die Fachwelt eine andere Bedeutung als für den Laien - daher sollen Allgemeinmediziner in diesen Leitlinien zu mehr Sensibilisierung und einem Perspektivenwechsel motiviert werden. Die gesetzliche Zulassung der Präimplantationstechnologie in Österreich konnte, mit dem berechtigen Hinweis, dass hier noch ein großes Informationsdefizit vorliegt und dass es nicht allein um Beschleunigung von allem "medizinisch-technisch-Machbaren" ohne ausführliche Beleuchtung ethischer Motive gehen kann, ebenfalls im letzten Jahr gerade noch
verhindert werden.

Wien, 5. Mai 2006

Die ÖAR: Seit 30 Jahren tonangebend in der österreichischen Behindertenpolitik
Utl.: Alle Interessen - 74 Mitglieder - ein Dach - eine Stimme
Als vor 30 Jahren die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR) gegründet wurde, einigte man sich anfänglich auf die Bearbeitung von drei Themen: Fragen aus Medizin, Technik sowie Reisen und Freizeit. Heute, 30 Jahre später, sind alle Belange der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen Themen, die von der ÖAR aufgegriffen und im Sinne ihrer Mitglieder behandelt werden.
Dr. Klaus Voget, Präsident der ÖAR: "Vom Anbeginn an war klar, dass eine solche Dachorganisation keinerlei parteipolitische Verankerung haben sollte. Die ÖAR vertritt die Interessen ihrer 74 Mitglieder und agiert im Sinne einer überregionalen Interessenvertretung. Die Leistungsbilanz der vergangenen 30 Jahre zeigt deutlich den Stellenwert der ÖAR als Mitgestalterin der österreichischen Behindertenpolitik."
Hervorzuheben sind hier zum einen die Initiativen im Bereich des barrierefreien Planens und Bauens und bei der Normung. Die ÖAR ist eine der Initiatorinnen der ÖNORM B 1600, welche die Umsetzung der Barrierefreiheit im Bauwesen definiert.
Als Initialzünderin für Schulintegration und für die Einführung des Pflegegeldes machte sich die ÖAR einen Namen; aber auch, wenn es etwa um die Koordination von behindertenpolitischen Angelegenheiten auf Europaebene ging.
Welche Visionen gibt es für die künftige Behindertenpolitik in Österreich? Der ÖARPräsident: "Zentral und an vorderster Stelle sind hier die Umsetzung des seit Jahresbeginn in Kraft befindlichen Behinderten-Gleichstellungsgesetzes zu nennen, was in weiterer Folge sowohl alle Lebensbereiche von Menschen mit Behinderung berührt als auch eine flächendeckende Umsetzung in ganz Österreich nach sich zieht."
Der 10. Delegiertentag findet auf Einladung des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes in Wien 14, Hägelinggasse 4-6 statt.
Eine Zusammenstellung über die Geschichte der ÖAR kann bei der Pressestelle angefordert werden.

Wien, 11. Mai 2006

ÖBB: Behinderte Menschen sind keine Kunden des Personenverkehrs!
Utl.: Für die Pressekonferenz zur Präsentation eines sogenannten "Kundenforum" wählte der ÖBB-Personenverkehr eine - nur über 4 Stufen erreichbare - Lokalität
Für heute, Montag, 22. Mai, wurde am 19. Mai in einer Presseaussendung zur Präsentation einer neuen Initiative der ÖBB-Personenverkehr AG in die Kleine Stadtgutgasse 9, 1020 Wien, geladen. Bei einem Lokalaugenschein musste ein behinderter Journalist feststellen, dass ihm die Pressekonferenz trotz gültigem Presseausweis (seit 23 Jahren!) unzugänglich sein wird.
"Der ÖBB-Personenverkehr zeigt sich seit Jahren unwillig, auf die Bedürfnisse behinderter Kunden mit geeigneten Maßnahmen zu reagieren, so ist zum Beispiel der Ankauf der missglückten Nahverkehrsgarnituren 'Talent' und 'Desiro', rasch vor Inkrafttreten des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes von vielen behinderten Menschen als nachgerade bösartiger Akt bewertet worden" stellt Eduard Riha, Generalsekretär der ÖAR, fest und meint weiter "trotzdem hat die ÖAR auf alle Signale, die auf den Wunsch zu konstruktiverem Gesprächsklima seitens des ÖBB-PV schließen ließen, positiv reagiert."
Deutlicher wird der Präsident der ÖAR, Dr. Klaus Voget: "Ich bewundere die Konzilianz unserer Mitarbeiter, die sich seit Jahren um Verbesserungen des
öffentlichen Verkehrs bemühen und sich mit dem ÖBB-PV geduldig auseinandersetzen. Es ist ein Schlag ins Gesicht behinderter Menschen und zeigt von
einer Instinktlosigkeit sondergleichen, wenn im Jahr 'Eins' des Behindertengleichstellungsgesetzes behinderte Menschen von einer entscheidenden
Informationsveranstaltung ausgeschlossen werden. Wir hatten gehofft, dass raschere Fortschritte erzielt werden würden, als die ÖBB-Holding im Vorjahr eine Stabsstelle 'Konzernkoordination Barrierefreiheit' einrichtete. Die Erfahrungen bisher haben gezeigt, dass diese Maßnahme - außer einer weiteren Verwaltungsebene - keine konkreten Ergebnisse hervorbrachte. Experten sprechen sogar davon, dass Gespräche mit den ÖBB seither noch mühevoller geworden sind, weil sie nicht mehr - wie zuvor - mit den technisch versierten Mitarbeitern der operativen Betriebe geführt werden können. Der jüngste Vorfall gibt diesen Stimmen recht."

Wien, 22. Mai 2006

Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR)
Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs

1010 Wien, Stubenring 2/1/4, E-Mail: dachverband@oear.or.at

Tel.: +43 1 5131533, Fax: +43 1 5131533-150

Gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

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