Ethikkommission FÜR die Bundesregierung: Auflösung aus Geldmangel
Die von allen Vereinen und politischen Parteien unabhängige "Ethikkommission FÜR die Bundesregierung", zusammengesetzt aus VertreterInnen behinderter Menschen und der Aktion Leben, hat sich aufgelöst. Es ist nicht gelungen, ohne Aufgabe der absoluten Unabhängigkeit die notwendigen finanziellen Ressourcen zu lukrieren.
Die Ethikkommission war in den vergangenen fünf Jahren sehr aktiv. Die größten Erfolge:
o Die Biomedizinkonvention des Europarates wurde bis heute nicht von der österreichischen Bundesregierung ratifiziert. Die Bedenken der Ethikkommission FÜR die Bundesregierung gegen einzelne Passagen waren dabei maßgeblich.
o Die Pläne der gesetzlichen Zulassung der Prä-Implantationsdiagnostik (PID) wurden fallen gelassen, nachdem die Ethikkommission FÜR die Bundesregierung heftig protestierte.
o Der Schutz von einwilligungsunfähigen Personen vor fremdnütziger Forschung wurde durch eine Novelle des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches abgesichert.
Den Argumentationen der Ethikkommission wurde darin Rechnung getragen. Immer wieder wurden Mitglieder der Ethikkommission FÜR die Bundesregierung zu parlamentarischen Diskussionen eingeladen. Die Teilnahme an Podiumsdiskussionen und die Durchführung von Schulungen waren ebenso Aufgaben der Kommissionsmitglieder wie die Beratung unzähliger SchülerInnen und StudentInnen für ihre Referate und Arbeiten.
Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades der Kommission und der positiven Erfahrungen von JournalistInnen mit den Mitgliedern der Kommission konnten
etliche Stellungnahmen zu aktuellen Fragen in den Medien platziert werden.
Die Mitglieder der Ethikkommission FÜR die Bundesregierung haben weitgehend ehrenamtlich und ohne Entgelt gearbeitet. Die organisatorische Infrastruktur wurde von der ÖAR zur Verfügung gestellt. Für einzelne Projekte konnten SponsorInnen gewonnen werden. Eine notwendige Grundfinanzierung konnte allerdings nicht gesichert werden.
Die Ethikkommission FÜR die Bundesregierung hofft, dass eine neue Regierungskonstellation endlich die Aufnahme eines Mitgliedes mit Behinderung in
die Bioethikkommission im Bundeskanzleramt beschließt und damit die Vertretung behinderter Menschen in diesem sensiblen Bereich gesichert wird.
Wien, 8. November 2006
ÖAR und Kultur
Utl.: Erwin Riess liest aus seinem neuesten Buch
Kommenden Montag, dem 13.11., um 19 Uhr, haben Fans von Erwin Riess Gelegenheit, sein neues Buch kennen zu lernen: "Der letzte Wunsch des Don
Pasquale".
Riess ist Leserinnen und Lesern des monat durch seine Groll-Geschichten bestens bekannt. Eine Leserin formulierte das in ihrem Leserbrief (monat Nov. 2006) so: " … Von mir aus könnte die ganze Zeitschrift aus Groll`s Geschichten bestehen, aber
leider und schließlich bin ich ja nicht die/der einzige Leser/in." Der Inhalt: Privatdetektiv Groll und sein Freund, der Dozent, sowie Grolls Rollstuhl Josef und
das autistische Mädchen Angelina sind auf der Flucht vor Neonazis in Italien. Eine wilde Verfolgungsjagd von Triest bis Patras, Korinth bis Palermo. Und ein ungewöhnlicher Showdown. "Erwin Riess schreibt moderne Abenteuerromane, voll Witz und überraschenden Einsichten." (Die Presse).
Ort: Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation – Dachorganisation der Behindertenverbände (ÖAR), Stubenring 2/1/4, 1010 Wien (gegenüber
Regierungebäude). Freier Eintritt; barrierefrei. U.A.w.g.: 5131533-116.
Wien, 11.11.2006
Psychiatrischer Not- und Krisendienst Kärnten vor dem Aus?
Utl.: ÖAR fordert Landesregierung zum Umdenken auf
Der Psychiatrische Not- und Krisendienst Kärnten des freien Wohlfahrtsträgers pro mente kärnten soll nach Willen der Sozialabteilung des Landes Kärnten durch Auftrag an die Krankenhauserrichtungsgesellschaft (KABEG) ab 2007 von Krankenhäusern organisiert werden. Dieser Dienst wurde im Trialog zwischen Betroffenen, Angehörigen und Profis entwickelt; ein wesentliches Prinzip dieses Krisendienstes für Selbstbestimmung und Empowerment wurde damit erfüllt. Mit der geplanten Umstrukturierung werden massive Verschlechterungen in der sozialpsychiatrischen Versorgung Kärntens befürchtet. Gesprächstermine mit den verantwortlichen Politikerinnen wurden Angehörigen und Betroffenen bisher nicht gewährt; es wurde auch niemand in die Planungsmaßnahmen mit einbezogen.
Der Psychiatrische Not- und Krisendienst von pro mente kärnten (PNK) existiert seit 11 Jahren und ist österreichweit das bislang einzige mobile Hilfsangebot für Menschen in seelischer Not und deren Umfeld, das rund um die Uhr erreichbar ist und nicht nur telefonische Beratung durchführt, sondern im Bedarfsfall auch zum Ort des Geschehens kommt. Der Psychiatrische Not- und Krisendienst ist im gesamten Bundesland Kärnten tätig und wurde bis 2003 von Klagenfurt aus koordiniert, seit 2003 existiert zur Versorgung der hilfesuchenden Menschen in den Bezirken Spittal/ Drau und Hermagor auch der Psychiatrische Not- und Krisendienst West. Besonders im Bereich von psychischen Beeinträchtigungen und psychischen Ausnahmezuständen ist eine Krankenhausbehandlung noch immer mit massiven Tabus besetzt und wird daher kaum freiwillig angestrebt; insbesondere im ländlichen Raum. Und ein Krankenhausaufenthalt ist ja, wie die Erfahrung zeigt, auch in vielen Fällen nicht notwendig, wenn rechtzeitig Hilfe angefordert wird. Die HPE Österreich
(Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter) und Mitglied der ÖAR, hat bereits bei ihrer 11. Österreichischen Angehörigentagung im April 2002 eine Resolution verabschiedet, in dem für alle Bundesländer ein Krisendienst nach Kärntner Vorbild gefordert wurde.
Für die Betroffenen hat der Krisendienst auch präventiven Charakter, "er trägt in entscheidender Weise dazu bei, dass Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich nicht eskalieren und verhindert damit Gewalttaten, Selbstmorde und Verzweiflungstaten verschiedenster Art", heißt es in einem von SprecherInnen der Betroffenen an die Verantwortlichen gerichteten Schreiben. Es wird befürchtet, dass die MitarbeiterInnen des „neuen“ Krisendienstes nicht in ausreichendem Maß ausgebildet sind und ihnen darüber hinaus die Erfahrung im Einsatz außerhalb des Krankenhauses und im Umgang mit psychischen Ausnahmesituationen fehlt – handelt es sich doch überwiegend um Krankenhausangestellte, die von ihrem Dienstgeber mittels Schreiben dazu eingeladen werden, sich für den Krisendienst zur Verfügung zu stellen. Außerdem fordern die psychiatrieerfahrenen Menschen in ihrem Schreiben die Umsetzung des Kärntner Psychiatrieplanes ein, der gemeindenahe, dezentralisierte und niederschwellige sozialpsychiatrische Versorgung vorsieht und sehen in dem Bestreben, den Krisendienst in den Verantwortungsbereich des Krankenhauses zu legen einen massiven sozialpolitischen Rückschritt.
Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabiliation (ÖAR) unterstützt die Anliegen der Betroffenen und Angehörigen und fordert die EntscheidungsträgerInnen in Kärnten auf, die Erfahrungen, Anliegen und Bedenken der NutzerInnen des Psychiatrischen Not- und Krisendienstes in ihren Überlegungen zu berücksichtigen, anstatt über die Köpfe der beeinträchtigten Menschen und deren Angehörigen hinweg weitreichende Entscheidungen zu treffen.
Rückfragen : HPE Österreich, Geschäftsführer Edwin Ladinser Tel: 01/526 42 02 HPE Kärnten, Frau More, Tel: 04762/ 61540
Initiative der Betroffenen: Dr. Hildegard Bierbaumer, Veronika Kleiner Tel: 0463/ 516011
pro mente kärnten: Geschäftsführerin Eva Leutner, MAS, Tel: 0664/35 20 563
Wien, 13.11.2006
Wiener Studententeam erhielt den "Schindler Award" für Architektur
Utl.: ÖAR: Junge Österreicher setzten Maßstäbe bei barrierefreiem Bauen
Am 10. November wurde im Kultur- und Kongresszentrum (KKL) Luzern zum zweiten Mal der namhafte, von der Schweizer Liftfirma Schindler ausgeschriebene "Access for All" Preis verliehen.
Der Architekturwettbewerb, bei dem sich Studenten und Architekturschulen bewerben können, fand erneut regen Zuspruch. 504 Studentinnen und Studenten von 58 Architekturschulen aus 22 europäischen Ländern legten insgesamt 88 Projekte vor. Vorgegeben war ein Areal in Paris diesseits und jenseits der Seine.
Das Ziel war, ein vorhandenes renovierungsbedürftiges Museum und den Weg über eine ebenfalls vorhandene unzugängliche Brücke barrierefrei zu gestalten und damit gleichzeitig ein jenseits des Flusses neu errichtetes Museum einzubinden.
Die hochkarätig besetzte Jury entschied sich einstimmig für den Entwurf der Studenten Marta Neic, Marco Di Nallo and Manfred Sponseiler, die an der TU Wien studieren.
Weitere Informationen: www.schindleraward.com
Riccardo Biffi Schindler Management AG Zugerstrasse 13 CH-6030 Ebikon, Switzerland Phone +41 41 445 30 60 Fax +41 41 445 31 44 riccardo.biffi@ch.
schindler.com
Ivo Zimmermann Schindler Management AG Zugerstrasse 13 CH-6030 Ebikon, Switzerland Tel. +41 41 445 30 60 Fax +41 41 445 31 44 ivo.zimmermann@ch. schindler.com
Wien, 13. November 2006



