ÖAR zu Hauptverband neu: Zentralisierung kann Vorteile bringen
Utl.: Allerdings müssen auch behinderte Menschen in den Gremien vertreten sein
Die beabsichtigte Veränderung des "Hauptverbands der Sozialversicherungsträger" zur "Sozialversicherungs–Holding" hat einige - vergleichsweise kleine - Bevölkerungsgruppen aufschreien lassen.
Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger kann durchaus mit der Zentrale einer Supermarktkette verglichen werden: Er kann derzeit zwar zu allen denkbaren Themen der Sozialversicherung Vorschläge entwickeln, auf das, was die einzelnen Mitglieder (etwa Gebietskrankenkassen) dann daraus machen, hat er aber keinen Einfluss.
Die Umwandlung in eine Sozialversicherungs-Holding (SV-Holding) und das daran geknüpfte Durchgriffsrecht und die daraus resultierende Vereinheitlichung sollte nicht nur den Versicherten gleiche Leistungen bringen sondern auch für erhöhte Wirtschaftlichkeit sorgen.
Die ÖAR sieht in der gegenwärtigen geplanten Konstruktion einen wesentlichen Vorteil, der sich am Beispiel der Hilfsmittelversorgung am besten erklären lässt: Ist Wahlfreiheit bei Hilfsmitteln, die Art der Versorgung und sind allfällige Selbstbehalte gleich geregelt, sollte das dazu führen, dass man beispielsweise bei der Anschaffung eines neuen Rollstuhls nicht mehr Sorge haben muss, im falschen Bundesland zu wohnen.
Auch das Problem unzugänglicher Arztpraxen sollte längerfristig bewältigt werden können – bisher haben die Krankenkassen die Vorschläge des Hauptverbandes in unterschiedlichem Ausmaß in die Verträge mit Ärzten aufgenommen.
Dr. Klaus Voget, Präsident der ÖAR fasst zusammen: "Hauptverband neu – Ja – wir sind dafür, weil viele Dinge für Menschen mit Behinderungen so günstiger bzw. einheitlicher wären: Hilfsmittel; Rehabilitationsaufenthalte, barrierefreie Praxen. Der Hauptverband war immer schon ein verständiger Verbündeter, hatte aber kein Durchgriffsrecht auf die Kassen. Allerdings sind in den Gremien derzeit nur Pensionistenvertreter vorgesehen. Wo bleiben Menschen mit Behinderungen?"
