Mit Inkrafttreten des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes 2006 sind unter anderem auch Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel vor die Notwendigkeit gestellt und per Gesetz verpflichtet, Barrierefreiheit für alle Benutzerinnen und Benutzer anzubieten. Welche Hindernisse, aber auch Fortschritte es gegenwärtig bei Flug-, Bahn- und Busreisen und in den urbanen Regionen gibt und wie die nationalen und EU-weiten Auflagen lauten, dies beleuchtete der diesjährige "Nationale Informationstag" der ÖAR.
Einem thematischen Einblick zur EU-Gesetzgebung in Bezug auf Verkehrsmittel folgten Referate mit Bezugnahme auf die Situation in Österreich. Zentraler Punkt war dabei gleich zu Beginn die Reflexion auf die bisherige Praxis der Schlichtungsverfahren. Hofrat Dr. Günther Schuster, Leiter des Bundessozialamtes, brachte die bisherigen Erkenntnisse aus der Schlichtungspraxis auf den Punkt: "Die Schlichtungen können zwar der Motor des Gleichstellungsgesetzes sein; sie können aber das Gesetz selbst nicht weiterentwickeln!"
"Es geht ja doch!", so könnte man die letzten drei Referate des Tages übertiteln, die allesamt positive Beispiele der Barrierefreiheit bei verschiedenen Bahnbetreibern zeigten. Dies sind vor allem die Linzer Linien GmbH und die Raab Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG. Aber auch die Wiener Lokalbahnen und die ÖBB können mit begrüßungswerten Beispielen aufwarten: Der neue Railjet etwa, der ab Jänner 2009 seinen regelmäßigen Betrieb aufnimmt, ist zur vollsten Zufriedenheit mobilitätseingeschränkter Reisender.
Die ÖAR geht erstmals auch im Veranstaltungsmanagement neue – soziale – Wege, so Generalsekretär Eduard Riha: „Wie groß der Hunger der Teilnehmer wirklich ist, lässt sich nie genau abschätzen, daher hat sich die ÖAR diesmal dazu entschlossen, die Reste des Buffets auf eigene Kosten zu den Obdachlosen in die "Gruft" in Wien-Mariahilf zu führen", so der Generalsekretär, "wir sehen dies als kleinen, aber sinnvollen Beitrag im Sinne sozialen Denkens!"
Die Veranstaltung erfolgte in Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz.
Die Referate stehen auf der Internetseite der ÖAR in Kürze zum Download bereit.
Wien, 17.11.2008



