Vorreiter waren vor vielen Jahren die Grünen, die als erste Partei einen Rollstuhlfahrer zum Behindertensprecher machten. Diese Tradition wurde in den Folgejahren beibehalten, leider steht nun fest, dass die derzeitige Vertreterin der Grünen, Theresia Haidlmayr, bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidieren wird.
Einen Parlamentarier der weiß wovon er spricht, hat derzeit noch die ÖVP; ob Dr. Franz-Joseph Huainigg allerdings neuerlich antritt, ist augenblicklich nicht bekannt.
Genauso wenig weiß man, ob FPÖ oder BZÖ einen behinderten Menschen an wählbarer Stelle auf ihren Kandidatenlisten haben werden.
Die SPÖ allerdings scheint ihre bisherige Linie für die nächsten Wahlen zu verlassen und könnte im nächsten Parlament einem Vertreter behinderter Menschen Sitz und Stimme geben. Ein eindeutiges Signal kam jedenfalls aus Tirol: Bei der Bezirkskonferenz der SPÖ-Innsbruck Land am 28.07.2008 wurde der bekannte Rollstuhlfahrer Mag. Günter Porta1) zum Spitzenkandidaten für die Nationalratswahlen 2008 für die Bezirke Innsbruck-Land und Schwaz gewählt. Wird dieser Vorschlag auch von der Bundespartei mitgetragen, hätte die Sozialdemokratie zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen rollstuhlfahrenden Parlamentarier.
"Behinderte Menschen, die von den Regierungen der vergangenen Legislaturperioden nicht gerade verwöhnt wurden, werden in Ihrer Wahlentscheidung sicher auch davon beeinflusst werden, ob eine Partei auch einen der ihren ins Parlament entsendet" stellt Dr. Klaus Voget, Präsident der ÖAR fest, und meint weiter "schließlich ist es schon ein deutliches Signal, wenn eine Partei dieser Personengruppe auch Stimme und ein Gesicht gibt oder sich ausschließlich bei Festreden feierlich zu behinderten Menschen bekennt."
1) Mag. Günter Porta ist ein langjähriger Kooperationspartner der ÖAR in Fragen der Politik behinderter Menschen, insbesondere im Zusammenhang mit Angelegenheiten des barrierefreien Bauens, er ist seit langen Jahren auch gerichtlich beeideter Sachverständiger auf dem Gebiet des barrierefreien Bauens in Tirol.
Wien, 31. Juli 2008



