Gerüchten zufolge soll die Anzahl der Diabetiker in Vorwahlzeiten signifikant steigen, denn die unzähligen Wahlzuckerln können auch den stabilsten Blutzuckerhaushalt durcheinander bringen.
Nur, bei näherer Betrachtung mutiert manches Zuckerl zur bitteren Pille. Wie beispielsweise die großkoalitionär bejubelte Einigung beim Pflegegeld: Abgesehen von der Tatsache, dass die geplante Erhöhung nicht einmal in Rufweite einer Inflationsabgeltung liegt, ist für die Betroffenen nicht einzusehen, weshalb die Bezieher höherer Pflegegeldleistungen prozentuell mehr "Abgeltung" erhalten sollen. Es sei denn, man sieht die Sache aus dem Blickwinkel des Finanzministers. Schließlich gibt’s wesentlich mehr Bezieherin den Stufen 1 und 2 als in 6 und 7. Alles klar?
Ob das helfen wird, den "historischen Irrtum der Wähler" bei der letzten NR-Wahl diesmal zu "korrigieren"? Noch haben unsere wahlkämpfenden Noch-Regierungsparteien einige Süßigkeiten, die sie unters Volk streuen: Vom Gratis-Kindergartenjahr über doppelte Familienbeihilfe, bis zur Steuerreform.
Alles natürlich nach der Wahl.
Die Seniorenvertreter Blecha und Khol wollen die Gunst der Stunde nutzen und fordern den Beschluss eines "Pensionspaketes" noch vor der Sommerpause des Parlaments.
Die Gesundheits- (sprich: Krankenkassen)- Reform wird nicht einmal ignoriert, sie gehört ja eher zu den bitteren Pillen.
Süßer schmecken da schon die Versprechungen zu Preiskontrollen, Inflationsbekämpfung etc.
Nicht vergessen: Süßes schadet den Zähnen und die Kariesbehandlung nach der Wahl wird schmerzhaft.
Wien, 10. September 2008



