(hjs) Trotz geschliffener Rhetorik von Politikern und Bankern ließ sich die globale Finanzkrise nicht wegdiskutieren und schwappte nach Österreich über. Die Beteuerungen über gut aufgestellte Banken und sichere Spareinlagen halfen nichts: Es gibt doch viele faule Kredite und wertlose Obligationen in den Tresoren heimischer Kreditinstitute.
Als Angela Merkel bekannt gab, dass die Spareinlagen in Deutschland zu hundert Prozent von der Regierung garantiert würden, sah sich auch unser Noch-Regierungschef Gusenbauer gezwungen, es ihr gleich zu tun.
Der Finanzplatz Österreich musste auf jeden Fall gerettet werden. Einer kleinen Privatbank, bei der nicht die kleinen Sparer, sondern finanzkräftige Anleger ihr Geld deponiert hatten, wurde mit Millionenbeträgen aus der Krise geholfen.
Europa- und weltweit werden Milliardenbeträge in marode Geld- und Versicherungsinstitute gepumpt. Plötzlich ist genug Geld vorhanden, das allerdings nur zum Vertuschen von Fehlspekulationen und anderen Managementfehlern verwendet wird.
Andere Krisen, wie Hunger und Armut, werden ignoriert. In Österreich, einem der reichsten Länder, gibt es eine Million Menschen, die in Armut leben. Doch für die seit langem diskutierte "Mindestsicherung" gibt’s kein Geld.
Kein Geld auch für Pensionen, Pflegegeldvalorisierung, Flugrettung, Krankenkassensanierung, Gesundheitsreform etc.
Hauptsache, die Steuern steigen weiter, um damit die Luftgeschäfte aus Politik und Management auf unser aller Kosten wieder auszubügeln.
Wien, 10. November 2008



