Allen Beteuerungen, Beruhigungspillen und Schönreden zum Trotz, nimmt die Finanz- und Wirtschaftskrise auch Österreich fest in den Griff. Vor Monaten beeilte sich die Regierung milliardenschwere Hilfs- und Rettungspakete zu schnüren - die zwar großteils noch zugeschnürt und daher unwirksam sind - doch spätestens beim Versuch, ein Budget zu erstellen, dürfte der Finanzminister erkannt haben, dass sich beim Abrufen aller Versprechungen an die Finanz- und Marktwirtschaft wahrscheinlich ein budgetäres Desaster ergeben würde.
Was tun? Erraten! Es muss gespart werden. Die Länder wollen das nicht, die Beamten wollen das nicht, die Lehrer wollen das nicht; ja eigentlich will das niemand. Was kümmern uns die Schulden des Staates, wir wollen unseren Standard behalten. Und so hagelt es Streikdrohungen. Die Post will trotz hoher Gewinne weitere Postämter schließen, die Lehrer wollen keine zwei Stunden mehr unterrichten: Proteste und Streikdrohung.
Die Krankenkassen hoffen noch auf kräftige Zuschüsse - was sollen sie auch sonst tun? Die Patienten streiken lassen?
Doch schon sind Politiker und Experten zur Hand, die mehr Solidarität und Verständnis für die schwierige Lage fordern.
"Es müssen alle an einem Strang ziehen" tönt es aus den Führungsetagen dieser Republik.
Gut und schön, nur warum muss dieser Strang unbedingt um den Hals der Schwächsten gewickelt sein?
Wien, 10. April 2009



