Der in Kärnten verfügte Baustopp für Pflegeheime (siehe monat 06/09) zeigt bereits Wirkung. Anscheinend hat man festgestellt, dass in Kärntens Heimen doch zu wenig Pflegeplätze vorhanden sind.
Also hatte der kreative Soziallandesrat Mag. Christian Ragger eine neue Idee: Für Pflegebedürftige bis zur Pflegestufe 4 soll von deren Kindern ein Beitrag zu den Heimkosten eingehoben werden. Erst die Pflegestufen 5-7 sollen von der Regresspflicht befreit werden.
"Unser Ziel liegt darin, dass ältere Menschen solange es zumutbar ist, zu Hause versorgt werden und erst dann die Heimpflege kommt", meint Ragger.
Abgesehen von der Tatsache, dass damit eine Zweiklassengesellschaft im Pflegebereich geschaffen wird, würde die schon jetzt prekäre Situation des Pflegepersonals noch weiter verschärft und das Burn-out-Syndrom fröhliche Urständ feiern. Die Krankenkassen und die Pensionsversicherungen werden sich freuen.
Frage eins: Wer geht schon freiwillig ins Heim? Und Frage zwei: Was ist für wen zumutbar?
Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass die Interessenvertretungen und vor allem die Damen und Herren Abgeordneten den umfangreichen Gesetzesänderungen, die für eine solche Regelung der Pflegegeld- und der Heimpflegegesetze notwendig wären, zustimmen würden, schiene es doch angebracht, dass sich Landesräte, selbst wenn sie aus Kärnten sind, etwas genauer überlegen, was sie so vollmundig in Presseaussendungen hinausposaunen.
Wien, 10. Juni 2009



